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Knigge International: Die größten interkulturellen Pannen im Ausland

7. April 2010 - 11:51 Uhr

Kein Geräusch – kein Geschmack

Cross-cultural understanding hält Einzug in die Geschäftswelt 

Die Präsentation war gut gelaufen, das Geschäft gemacht. Dann lehnte der deutsche Geschäftsführer am Ende des üppigen Geschäftsessens die in Honig überbackene Banane ab, die ihm der saudische Geschäftsmann angeboten hatte. Ein peinlicher Fauxpas, denn in Saudi-Arabien gilt eine solche Ablehnung als unhöflich und beleidigend. Das Geschäft war damit geplatzt.

Selbst, wer die Umgangsformen seines Heimatlandes beherrscht, ist oft nicht sicher davor, im Ausland in ein Fettnäpfchen zu treten. Im Zeitalter der Globalisierung, in dem die Welt immer näher zusammen rückt, werden internationale Geschäftsbeziehungen alltäglich. Doch gerade diese Tatsache führt dazu, dass Kulturkreise aufeinander prallen und regionale sowie kulturelle Unterschiede stärker hervor treten. Das glatte internationale Parkett verlangt, dass man die Regeln des Gastlandes beherrscht, wenn man erfolgreich sein will.

Bei Geschäftsessen in China gilt „Kein Geräusch – Kein Geschmack“ als Grundsatz. Bei Tisch darf man sich deshalb nicht wundern, wenn der gegenüber sitzende Manager gelegentlich rülpsend oder schnaubend sein Mahl verzehrt. Aber auch im europäischen Kulturkreis gibt es Unterschiede: In Frankreich ist der richtige Zeitpunkt für Verhandlungen beim Geschäftsessen erst nach dem Hauptgang, denn hier gilt die eiserne Regel „Entre la poire et le fromage!“ Gilt bei uns ein gutes Trinkgeld nach Geschäftsessen als verpflichtend, so würde man in Dänemark den Kellner überraschen, da dort das Trinkgeld schon im Preis enthalten ist. Bei Gastgeschenken unterlaufen häufig weitere peinliche Fehler: Blumen sind in China ein Fauxpas, denn sie werden dort nur den Toten gebracht. Peinlich können gelbe Rosen in Russland werden, gelten sie dort doch tatsächlich als Unglücksboten. Und obwohl Amerikaner generell als aufgeschlossen und unkompliziert bekannt sind, sollte man bei Small Talk mit seinem amerikanischen Kollegen zweideutige Bemerkungen vermeiden, um seinem Gegenüber nicht die Schamröte ins Gesicht zu treiben.

Umfragen bei international tätigen Unternehmen und wissenschaftlichen Untersuchungen haben in den vergangenen Jahren bestätigt: Für einen erfolgreichen Auslandseinsatz sind neben Führungsqualitäten, Fach- und Sprachkenntnissen auch kulturelles Einfühlungsvermögen gefordert. Der Geschäftsmann der Textilfirma musste es in Saudi-Arabien am eigenen Leib erfahren, denn Unkenntnis anderer Gebräuche schützt nicht vor Kundenverlust. „Interkulturelle Kompetenz wird nicht in der Schule gelehrt, da man es nur von Muttersprachlern lernen kann“, weiß Michael Rönitz, Geschäftsführer der Sprachschule Sprachcaffe Düsseldorf „in unserer Sprachschule vermitteln wir neben der Fremdsprache auch kulturelle Unterschiede und Regeln, sodass unsere Schüler im Ausland sicher umgehen können.“  Schon längst haben Personalleiter neben guten Sprachkenntnissen ein neues Zauberwort im Lebenslauf: Es heißt cross-cultural understanding und ist ein zentraler Bestandteil in der Philosophie von Sprachcaffe.

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